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Kunstschlosserei seit 1949

67 Jahre Firma Poitner:

Als sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Wirtschaftslage in der Landwirtschaft durch Modernisierung etc. weiterhin veränderte, hatten sich bereits einige der Bewohner ländlicher Gegenden dazu entschieden, in den Städten in Fabriken zu arbeiten. Das war unter anderem Beweggrund für 3 von 9 Kindern aus dem Strixner-Anwesen der Familie Poitner in Biberbach, bei Krauss-Maffei in Allach in die Lehre einzutreten. Anton Poitner, Jahrgang 1923 machte unter nicht ganz einfachen Bedingungen eine Ausbildung zum Schmelzschweißer im Lokomotiven- und Panzerbau. In dieser Zeit konnte er sich durch gute Leistungen profilieren, ein Werkstück mit Note 1 befand sich bis in die 60er Jahre in einem Schaukasten. Nach seiner Dienstzeit im 2. Weltkrieg floh er unter großer Gefahr aus französischer Kriegsgefangenschaft. Wieder zu Hause fand er zwar Anschluß und Arbeit in seinem alten Betrieb, aber der militärische Umgang und das "Gefangensein" in den Werkshallen machten ihm schwer zu schaffen. So entschloß er sich schon vor der Zeit des Wirtschaftswunders 1947 zu einer eigenständigen Werkstatt.

Gemeinsam mit seiner Braut Rosalie Reichlmayr aus dem Mesner-Anwesen in Biberbach erwarb er mit Hilfe von Tauschgeschäften/Heiratsgut etc. das heutige Firmengelände. Bis 1910 stand dort ein Gasthaus, danach war das Grundstück unbebaut. Mit großen Mühen bauten die jungen Leute zuerst eine Werkstätte, danach ein bescheidenes Wohnhaus. Die erste Werkstatt, erbaut 1947:

Am 18 Januar 1949 heirateten Rosalie Reichlmayr und Anton Poitner und gründeten am 1. 2. 1949 die Mechanische Werkstätte Anton Poitner. Rosalie Poitner konnte durch Ihre Ausbildung als Bürokauffrau sämtliche notwendigen Erfahrungen in den Betrieb einbringen.

In der ersten Zeit beschäftigte sich Anton Poitner hauptsächlich mit Bauspenglerei und Dachrinnenbau, jedoch waren die Zeiten schwer, das Werkzeug dazu konnte nur jeweils aus einer anderen Werkstätte geliehen werden und auch die Aufträge waren dünn gesät. Mit einem Motorrad und den Dachrinnen über der Schulter fuhr er zur Montage, bei größeren Mengen wurde ein Roßgespann aus der elterlichen Landwirtschaft geliehen. Es wurden Töpfe geflickt, Fahrräder repariert, Geschirr und Möbel feilgehalten, Brunnen repariert und allerlei Flickschustereien ausgeführt. Im Bereich Anhängerbau und Blitzableitermontagen waren Aufträge mit kleinen Erfolgen zu erzielen. Die finanzielle Situation war schwierig. Abhilfe schafften geringe Nebeneinnahmen durch das von Frau Poitner verwaltete Gemeindebüro. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Kraftstoffen an, sodaß zwischen 1950 und 1953 zuerst aus Fässern, dann aus einem 3000 Ltr. Tank mit Zapfsäule Benzin verkauft wurde. Erst als sich Anton und Rosalie Poitner Mitte der 50iger Jahre entschieden eine Hypothek aufzunehmen und für 6000 DM einen VW Käfer zu kaufen ging es mit den Aufträgen aufwärts. Hier sei gesagt, dass zu dieser Zeit zum gleichen Preis 2 große Bauplätze in München erhältlich waren. Man war mobil und konnte fortan mit Auto und Anhänger allerlei Fahrten durchführen. Die Zeiten vom waghalsigen Transport der bis zu 6 Meter langen Teile war vorbei. Mit zunehmend verbesserter Auftragslage begann auch ein kleiner Maschinenpark zu wachsen, sodaß eine Garage angebaut werden musste. 1957 wurde der erste Geselle eingestellt, und fortan gehörten auch Huf- und Wagenbeschlag zum Spektrum des Betriebes. Seit Mitte der 50iger Jahre stiegen die Anfragen nach Geländern und Toren, sodaß sich der Ausbau dieses Geschäftszweigs mehr und mehr lohnte. Die Tankstelle wurde erweitert.

Die erweiterte Tankstelle:

Durch guten Geschäftssinn, Wirtschaftswunder und nicht zuletzt Fleiß und harte Arbeit wurde in den folgenden Jahren ein stattlicher Betrieb aus der so klein begonnenen Schlosserei. Bereits 1963 wurde die Maschinenhalle nahezu in ihrer heutigen Größe gebaut und 1964 großzügig mit qualitativen Maschinen bestückt. Einige Geräte aus dieser Zeit sind bis heute im Einsatz.

 

 


Die erweiterte Werkstätte mit Maschinenhalle und Tankstelle:

Gegen Ende der 60iger Jahre zählte die Belegschaft bereits 10 Mann. Die Werkstatt wurde an der Vorderseite abermals um 2 Meter verlängert. Im Jahr 1965 trat der Sohn Anton Poitner jun. als erster Lehrling in den Betrieb ein. Nach der Lehrzeit beschäftigte er sich vorwiegend mit dem immer exklusiver werdenden Geländerbau, Kunstschmiedearbeiten und der Verarbeitung von Messinghandläufen. Er heiratete am 11.12.1970 die Bürokauffrau Hannelore Rippl aus Dachau. Sie integrierte sich ab 1972 in den Verwaltungsbereich der Firma und führt bis heute mit sicherer Hand die kaufmännische Seite des Betriebes. Nach und nach verschwanden zu Anfang der 70er Jahre die Abteilungen Spenglerei und Installation, es kristallisierte sich der Schlosserei- und Schmiedebereich heraus. 1975 absolvierte Anton Poitner jun. die Meisterschule und trat als Schlossermeister wieder in den Betrieb ein um sich nunmehr Führungsaufgaben zu widmen. Seit 1976 werden ständig Lehrlinge zum Schmied oder zum Schlosser ausgebildet. Zu Ende der 70er Jahre wurde die Schmiede im Betrieb grundlegend erweitert und man bediente die stark angestiegene Nachfrage an Schmiedearbeiten. Gleichzeitig begann zu dieser Zeit die Edelstahlverarbeitung in unserer Werkstätte. 1977 zählte die Gesamtbelegschaft inklusive aller Teilzeitkräfte den Höchststand von 23 Personen.


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Die Firmengründer Anton und Rosalie Poitner sind 1991 und 2013 verstorben. Unser Team und unsere Kunden halten Sie in ehrenvoller Erinnerung!

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Das Firmengelände mit Wohnhaus ca. 1983:

1978 wurde die Firma Anton Poitner zur Anton Poitner GmbH umfirmiert. Ab 1982 übernahm Anton Poitner jun. die Geschäftsleitung, zwischen 1986 und 1990 zogen sich Anton und Rosalie Poitner sen. aus dem Betrieb zurück. 1989 wurde eine neue Werkstattbedachung mit Lagerräumen und Teilsanierung des Gebäudes sowie 1991 ein Büroanbau mit Gesamtsanierung der Büroräume vorgenommen. 1992 wurde der Benzinverkauf eingestellt und die Tankstelle abgebrochen.

Im Jahr 1994 trat der Sohn Michael Poitner als mittlerweile 18. Lehrling und dritte Generation in den etablierten Familienbetrieb ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Firma Poitner bereits einen guten Namen für exklusive Schlosser- und Schmiedearbeiten über den Großraum Münchens hinaus gemacht. Michael Poitner absolvierte die Gesellenprüfung als Schmied (Metallgestalter) und bildete sich in den folgenden Jahren im Bereich Schmiedearbeit weiter. Er absolvierte 2002 die Meisterprüfung als Metallgestalter mit Auszeichnung als Jahresbestmeister. Nach weiteren Fortbildungen zum Schweißfachmann, zum Restaurator im Handwerk und weiteren Kursen im Bereich Schmiedearbeiten trat Michael Poitner ab 2005 in die Geschäftsleitung ein. Zum 1.1.2010 wurde der Betrieb in Michael Poitner GmbH umfirmiert, Geschäftsführer sind Anton Poitner und Michael Poitner.

2015 wurde der Betrieb zertifiziert nach EN 1090.
2015 wurde dem Betrieb der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege verliehen.


Das aktuelle Firmengelände:

2016 beschäftigt der Betrieb 2 Meister in der Geschäftsführung, 2 Bürokräfte, 6 Gesellen und 2 Lehrlinge in der Werkstatt, sowie 3 selbstständige Subunternehmer, die teilzeitig im Betrieb mitarbeiten. Das Leistungsspektrum erstreckt sich wie folgt:

  • Treppengeländer/Handläufe
  • Balkongeländer
  • Treppen und Balkone
  • Fenstergitter
  • Gartentore/Industrietore
  • Zäune
  • Vordächer und Überdachungen
  • Trennwände
  • Schmiedearbeiten
  • Restaurierung von Schmiedearbeiten und anderen Teilen aus Metall
  • Arbeiten und Sonderanfertigungen in Stahl/Edelstahl/Aluminium/Messing/Kupfer etc. für die verschiedensten Anwendungsbereiche

Unter dem Motto Vielseitigkeit und hohe Qualität versucht unser Team vom standardisierten Metallbau bis hin zu exklusiven oder ausgefallenen Sonderanfertigungen allen Wünschen in Preis und Leistung gerecht zu werden!